Volleyball-Relegation: VfL mit gutem Nervenkostüm und dann wie im Rausch

(rp)- „Wahnsinn, Wahnsinn“, war das meist gebrauchte Wort nach dem Relegationsmarathon aus dem Munde der Spieler des VfL Pfullingen. Nachdem die Echaztäler erst vor einem Jahr den Sprung in die Bezirksliga geschafft hatten, stiegen sie am Sonntag als Zweiter des Relegationsturniers gleich eine Stufe höher und spielen nächste Saison Landesliga. Tristesse hingegen beim TSV Eningen 2: die Arbachtäler mussten sich nach denkbar knappen Niederlagen gegen Pfullingen und Ailingen schon nach der Vorrunde vom Verbleib in der Landesliga verabschieden und belegten am Ende Rang vier. Sieger des Turniers wurde Ausrichter Ailingen.

 

Für Pfullingen begann das Turnier denkbar schlecht. Im Derby gegen den TSV Eningen 2 fand die Truppe von Trainer Thomas Teiber nicht wie gewohnt zu ihrem schnellen Angriffsspiel und musste Satz 1 glatt mit 17:25 abgegeben. Danach entwickelte sich ein wahrer Krimi, in dem der VfL mehr Druck im Aufschlag machte und nun auch über die Mitte punkten konnte. Der Lohn war der 25:23 Ausgleich. Im Entscheidungssatz konnte sich kein Team absetzen, doch der VfL wirkte in seinen Aktionen bissiger und setzte sich nach Abwehr eines Matchballes letztendlich verdient mit 19:17 durch.

Da Eningen dann unglücklich mit 1:2 (25:17, 20:25, 13:15) gegen Ailingen verlor, war klar, dass Platz zwei in der Vorrunde schon sicher war. Zwar zog man gegen den späteren Turniersieger keineswegs zurück, aber stand beim 0:2 weitestgehend auf verlorenem Posten. Nun musste das Spiel gegen den anderen Gruppenzweiten, ASV Botnang 2, entscheiden, ob man noch die Chance auf den Aufstieg wahrnehmen konnte. Und der VfL wirbelte den ehemaligen Landesligisten gehörig durcheinander und siegte auch dank eines starken Blocks mit 2:0 (25:16, 26:24). Nun ging es um die Krönung eines kräftezehrenden Tages. Wer hatte die bisherigen drei Spiele besser überstanden, wer die größeren Reserven, die SG Dettingen/Unterboihingen 2 oder der VfL? Und der VfL startete furios, produzierte kaum Fehler und fegte die SG mit 25:14 vom Feld. Sollte es das schon gewesen sein? Nein, die SG mobilisierte nochmals alle Kräfte und schaffte tatsächlich mit 25:22 den Ausgleich. „Als es 1:1 stand, habe ich meinen Spielern gesagt, jetzt oder nie, vergesst alle Strapazen des Tages, in zehn Minuten ist es vorbei“, war auch Trainer Thomas Teiber nochmals als Motivator gefragt. Und tatsächlich, der VfL war im Tie-Break, auch dank der gut besetzten Bank, die klar bestimmende Mannschaft, zog Dettingen schon früh mit Schnellangriffen und platzierten Aufschlägen den Zahn und triumphierte mit 15:4. Der Schlusspfiff ging im Freudentaumel der Spieler unter und überall hörte man nur „Wahnsinn, Wahnsinn“!